HR-Passionista | Marion Eppinger

Kündigungsgespräch führen: So gelingt der schwierigste Termin im Führungsalltag

Niemand führt gerne ein Kündigungsgespräch.

Die Hände werden feucht, die Formulierungen liegen einem schwer im Magen, und am liebsten würde man den Termin verschieben. Verständlich. Die gute Nachricht: Vorbereitung ist die halbe Miete. Wer sich Zeit nimmt, das Gespräch durchzudenken, schafft einen fairen Rahmen für beide Seiten, und genau darum geht es hier.

Die Zahlen sprechen für sich

Eine aktuelle Auswertung von rund 196.000 kununu-Bewertungen in Österreich (2023 bis 2025) zeigt es deutlich: Bewertungen mit Bezug zum Offboarding erreichen im Schnitt nur eine Weiterempfehlungsrate von 20,1 Prozent. Bewertungen ohne Erwähnung des Austritts liegen bei 71,4 Prozent. Ein Unterschied von über 51 Prozentpunkten. Auch die Sternebewertung sinkt spürbar, von 3,78 auf 2,47 von 5 Sternen.

Die Forschung bestätigt das Bild: Wie eine Kündigung abläuft, entscheidet über den Frust, den sie auslöst (Schweiger & Ivancevich, 1987). Werden Betroffene fair behandelt, bleibt auch das Engagement der verbleibenden Kolleg:innen spürbar höher (Greenberg, 1990). Trennungskultur ist also nie nur ein Thema für die Person, die geht. Sie prägt, wie das ganze Team über das Unternehmen denkt.

5 Tipps für ein gutes Kündigungsgespräch

Konkret heißt das für dich als HR Verantwortliche oder Führungskraft: Diese fünf Punkte machen im Kündigungsgespräch den größten Unterschied.

Die Räumlichkeiten

Der Rahmen macht den Unterschied. Ein neutraler, ruhiger Raum ohne Durchgangsverkehr gehört zum Minimum. Wichtig ist auch ein blickdichter Raum, das wahrt die Vertraulichkeit und lässt vorbeigehende Kolleg:innen im Ungewissen, worum es geht. Auch die Sitzordnung spielt eine größere Rolle, als viele glauben, dazu habe ich kürzlich einen LinkedIn-Post geschrieben. 

Deine Vorbereitung

Wer sitzt mir gegenüber? Kenne die Person, bevor du das Gespräch führst. Wie lange ist sie im Unternehmen, wie sieht ihre persönliche Situation aus (alleinerziehend, Familie, Alter) etc., was zeigen die letzten Performance Reviews, welches Feedback gab es von Führungskräften und Kolleg:innen. Diese Vorbereitung entscheidet, wie souverän du auf Reaktionen eingehen kannst.

Deine Sprache

Ich-Botschaften statt vager Formulierungen. Klare Sätze statt Weichspüler. „Ich habe mich entschieden, die Zusammenarbeit zu beenden“ bleibt konkret und ehrlich. Klare Sprache schafft Orientierung, gerade in einem schweren Moment.

Nimm Dir Zeit

Plane ausreichend Zeit ein. Zwischen Tür und Angel funktioniert dieses Gespräch nicht. Lass Raum für Emotionen und für Fragen, auch wenn eine Pause entsteht. Ein Termin am späten Freitagnachmittag wirkt praktisch, lässt aber oft zu wenig Raum für ein echtes Gespräch.

Sei empathisch

Zeig Mitgefühl für die Situation, statt Punkte nur abzuarbeiten. Biete konkrete Hilfestellungen an: CV Review, Outplacement, psychologische Beratung. Diese Geste bleibt oft länger in Erinnerung als das Gespräch selbst.

Mein Fazit

Aus meiner eigenen Erfahrung als HR-Beraterin weiß ich, wie sehr diese Details den Unterschied machen. Ich habe Führungskräfte erlebt, die sich wochenlang vor diesem Gespräch gefürchtet haben, und die danach gesagt haben, wie viel leichter es mit guter Vorbereitung tatsächlich geht.

Das und noch viel mehr macht ein gutes Kündigungsgespräch aus. Gute Vorbereitung erspart Missverständnisse und schlechte Erfahrungen, auf beiden Seiten. Kündigungsgespräche brauchen Kopf für die Fakten und Herz für den Menschen. Genau das macht am Ende den Unterschied.

Wie es die Schriftstellerin Maya Angelou einmal formuliert hat: 

„Menschen werden vergessen, was du gesagt hast, Menschen werden vergessen, was du getan hast, aber Menschen werden nie vergessen, wie du sie hast fühlen lassen.“

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Marion Eppinger ist die #hrpassionista

Sie ist Influencerin für Trends im HR-Bereich. Richtungsweisend und agil für Top-Themen der Branche.

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